Nervenzusammenbruch - Dankbarkeit

Warum ich dankbar für meinen Nervenzusammenbruch bin

Ich weiß, es klingt komisch. Wie kann man dankbar sein für etwas, das einen total fertig macht – einen Nervenzusammenbruch. Gleich wirst du verstehen, wie mein geistiger Zusammenbruch mir geholfen hat herauszufinden, was ich im Leben möchte.

Ich war immer eine eher pessimistische Person. Mein Glas war immer halb leer statt halb voll. Wenn ich so zurückblicke, erkenne ich, dass ich die ersten Anzeichen für Probleme mit meiner geistigen Gesundheit schon im Teenageralter hatte. Trotzdem, war mir dies bis zu meinem Nervenzusammenbruch vor zwei Jahren nicht im Geringsten bewusst.

Anzeichen  eines Nervenzusammenbruchs machen sich früh bemerkbar

Was mir auch nicht bewusst war, ist was ich eigentlich mit meinem Leben machen wollte. Schon im Gymnasium habe ich das einfachste Hauptfach gewählt, weil mich keines der Fächer gereizt hat. Ich mochte keines meiner Fächer und meine Noten waren bestenfalls durchschnittlich. Auch nach meinem Abschluss wusste ich noch immer nicht, was ich tun wollte. Also habe ich mich für ein  Studium der Wirtschaftswissenschaften eingeschrieben. In der Hoffnung, dass eines der vielen Fächer sich als Offenbarung herausstellen würde. Es stellte sich raus, dass ich Volkswirtschaftslehre ganz ok fand und deshalb als Hauptfach wählte.

Ich fing dann auch an, meine ganzen Kollegen zu beneiden die alle eine Leidenschaft für etwas hatten oder zumindest wussten, was sie nach dem Studium machen.

Mein nächster Lebensabschnitt spielte sich zwei Jahre lang auf den Kap Verdischen Inseln ab. Dort arbeitete ich als Reiseleiterin. Das war natürlich eine tolle Erfahrung, welche ich nicht missen möchte. Trotzdem war mir klar, dass ich das nicht mein Leben lang machen möchte. Dort haben mich dann Probleme mit Angstsymptomen schneller nach Europa getrieben zurückgetrieben als geplant.

Nervenzusammenbruch -StartUp Arbeit

Zurück in Europa bin ich nach Lissabon gezogen, um ein Masterstudium zu absolvieren. Vielleicht würde das ja helfen mir bewusst zu werden, was ich machen möchte… Hat es natürlich nicht. Das einzige Fach, das mich während meines Studiums begeistert hat, war „Entrepreneurship“ oder Unternehmertum. Deshalb dachte ich, die Lösung ist in einem Start-Up zu arbeiten.

Ich habe dann insgesamt in drei verschiedenen Start-Ups gearbeitet und es dort nie länger als sechs Monate ausgehalten. Es ging einfach nicht, mein Gefühl hat mir ganz klar und deutlich gesagt, dass das nicht das Richtige für mich ist. Gleichzeitig wusste ich aber auch nicht was ich stattdessen machen sollte.

Vor und nach meinem nervenzusammenbruch

In zwei der Unternehmen habe ich vor meinem mentalen Zusammenbruch gearbeitet. Könnte also sein, dass mein Geisteszustand es mir einfach nicht erlaubt hat länger als sechs Monate zu bleiben. Deshalb dachte ich, dass mir meine Therapie vielleicht hilft länger im nächsten Unternehmen zu bleiben. Doch auch nach zwei Monaten in meinem nächsten Job war ich mir sicher, das ist es nicht. Dieses Mal wusste ich jedoch, dass ich nicht mehr blind den nächsten Job annehmen würde, denn ich hatte es satt von Job zu Job zu springen.

Wie habe ich also rausgefunden, was meine Leidenschaft ist? Nach meinen ersten Therapiesitzungen habe ich angefangen zu recherchieren, was man bei Angst und Panikattacken machen kann. Bald habe ich rausgefunden, dass unser Lebensstil eine sehr große Rolle spielt. Deshalb habe ich angefangen wieder Yoga zu praktizieren, zu meditieren und auch meine Ernährung komplett umzustellen.

Ganz bald hat sich dann herausgestellt, dass ich total fasziniert bin von den Auswirkungen, die unsere Ernährung auf unser körperliches aber auch geistiges Wohlbefinden hat. Ich habe dann meine ganze Freizeit damit verbracht, Bücher und Artikel zu diesem Thema zu lesen; wie Ernährung genau unseren Körper beeinflusst und wie ein gut ausgeglichener Lebensstil nicht nur Erkrankungen lindern sondern sogar vorbeugen kann.

Nervenzusammenbruch - finde deine Leidenschaft

Außerdem habe ich damit angefangen zu Kochen und Rezepte auszuprobieren. Es stellte sich heraus, dass ich eine ziemlich gute Köchin bin. Ernährung und deren Auswirkungen auf unseren Körper faszinieren mich nicht nur, sondern Kochen beruhigt auch meine Angstsymptome. Wenn ich koche, vergesse ich alles um mich herum und fühle mich total ruhig und klar. Hier sind einige von meinen ersten Rezepten.

zum ersten mal wusste ich was ich will

Nicht lange nach meiner großen Entdeckung habe ich mich ins Fernstudium des Instituts für Naturheilkunde in der Schweiz als Ganzheitliche Gesundheits – und Ernährungsberaterin eingeschrieben. Zum ersten Mal in meinem Leben wusste ich genau was ich machen wollte. Ich habe meine Entscheidung keine Sekunde angezweifelt und habe mich riesig auf meine Ausbildung gefreut.

Je mehr ich mich mit dem Thema Gesundheit und Wohlbefinden beschäftigt habe, desto mehr wusste ich, dass es die richtige Entscheidung war. Endlich kann ich sagen, dass ich meine Leidenschaft gefunden habe. Ich kann ganz ehrlich sagen, diesen Beruf würde ich ausüben auch wenn ich kein Geld dafür bekommen würde. Zum ersten Mal mache ich etwas für länger als sechs Monate und ich könnte nicht zufriedener sein.

Nervenzusammenbruch - Ernährung

Schlussendlich habe ich herausgefunden, dass ich Andere inspirieren möchte. Ein sehr treffendes Zitat, welches meine Mission beschreibt, ist: “ Ich möchte andere Leute inspirieren. Ich möchte, dass jemand mich ansieht und sagt, wegen dir habe ich nicht aufgegeben.“ – Ich möchte anderen helfen, ein Leben so glücklich und gesund wie möglich zu leben, ihnen dabei helfen, die Verbindung mit ihrem Körper durch Ernährung wieder herzustellen.

Was ich von meinen mentalen Gesundheitsproblemen gelernt habe

Von meinem Nervenzusammenbruch habe ich unter anderem gelernt, wie wichtig es ist, in Harmonie mit seinem Körper, Geist und Seele zu leben. Ich bin fest davon überzeugt, dass ich niemals diesen Weg eingeschlagen hätte, wenn diese mentalen Probleme nicht gewesen wären. Deshalb bin ich so dankbar für genau das. Ich kann nur jedem empfehlen, sich diesen Problemen zu stellen anstatt sie unter den Teppich zu kehren. Du könntest erstaunt sein, was du dabei alles über dich lernst und welche unerwarteten Türen es dir öffnen könnte.

Wenn du Unterstützung brauchst, dann melde dich gerne bei mir. Ich kann dir einige Kontakte geben, die dir helfen können.

Published by

Kris

Hi, I'm Kris a sun & Yoga lover. My perfect day starts with Yoga practice during sunrise and a delicious porridge for breakfast afterwards.

2 thoughts on “Warum ich dankbar für meinen Nervenzusammenbruch bin

    1. Danke Sonia, ich denke offen und ehrlich ist sehr wichtig. Ich hoffe, dass dieser Bericht vielleicht anderen helfen kann, sich auch Hilfe zu holen, sollten sie in der gleichen Situation sein wie ich damals.

Comments are closed.